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DDR-Jägerschnitzel mit Tomatensauce
– mit panierter Jagdwurst und klassischer Schulsauce
DDR-Jägerschnitzel mit Tomatensauce
Kaum ein Gericht sorgt in Deutschland für so viele Diskussionen wie das Jägerschnitzel. Während im Westen meist ein paniertes Schweineschnitzel mit Pilzrahmsauce auf den Teller kommt, ist das DDR-Jägerschnitzel aus panierter Jagdwurst bis heute fest mit der Esskultur der ehemaligen DDR verbunden. Und blickt man nach Österreich, gilt vielerorts sogar das Naturschnitzel mit Pilzen als das eigentliche Original.
Wer hat also recht?
Tatsächlich alle – denn hinter dem Namen verbergen sich verschiedene regionale Traditionen.
In diesem Rezept bereiten wir das DDR-Jägerschnitzel mit Tomatensauce und Spirelli oder Penne rigate ganz klassisch mit panierter Jagdwurst zu – so, wie es viele noch aus Schulküche, Betriebskantine oder von zu Hause kennen.
Unsere Einschätzung:
Das Rezept ist einfach und schnell umzusetzen und deshalb gerade auch in der Woche, wenn's schnell gehen soll, eine leckere und herzhafte Rezeptidee. Übrigens: Durch das Frittieren, erhält die Jagdwurst einen herzhaft-deftigen Geschmack. Unsere bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung führt wie immer auch Kochanfänger sicher ans Ziel ...
Du suchst stattdessen das klassische Jägerschnitzel mit Schweineschnitzel und Pilzrahmsauce? Auch diese beliebte Variante findest Du bei uns: Original Jägerschnitzel mit Pilzrahmsauce »
Zu unserem »DDR-Jägerschnitzel mit Tomatensauce«, harmoniert ein fruchtiger Merlot-Rosé ganz prächtig. Einfach mal auf unser »Weintipp-Icon« tippen und mehr erfahren. Wir wünschen mit unserem Rezeptklassiker beim Nachkochen wie stets einen guten Appetit und: Wohl bekomm's!
Warum Du dieses DDR-Jägerschnitzel mit Tomatensauce ausprobieren solltest
- Ein echter Klassiker der DDR-Küche: Panierte Jagdwurst mit fruchtiger Tomatensauce gehört für viele bis heute zu den beliebtesten Gerichten aus Schulküche, Betriebskantine und Familienküche
- Unverwechselbarer Geschmack: Die knusprige Panade der Jagdwurst trifft auf die leicht süßliche »Schulsauce« und ergibt eine Kombination, die dieses Gericht so besonders macht
- Einfach und schnell zubereitet: Mit wenigen Zutaten entsteht ein herzhaftes Gericht, das sich ideal für die unkomplizierte Alltagsküche eignet
- Ein Stück kulinarische Geschichte: Erfahre mehr über die Entstehung des DDR-Jägerschnitzels und warum ausgerechnet panierte Jagdwurst zu diesem bekannten Klassiker wurde
- Einfach nachzukochen: Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung führt auch Kochanfänger sicher ans Ziel
Rezept:
DDR-Jägerschnitzel mit Tomatensauce
Zutaten für 4 Personen
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Für den Einkaufszettel:
- 4 fingerdicke Scheiben Jagdwurst à 150 g
- 1 Zwiebel
- 1 Stich Butter
- 1 EL Mehl für die Schul- alias Nudelsauce
- 1 EL Tomatenmark
- 1 Prise Zucker
- 1 Ei Größe »M«
- 1 El geschlagene Sahne
- 400 g Tomatenketchup
-
400 g Penne rigate »
oder - 400 g Penne rigate oder
- 400 g Fussili »
- 400 g Fussili, im Deutschen »Spirelli« (Spiralnudeln)
- etwas Salz und
- Pfeffer aus der Mühle
Das benötigt man zusätzlich:
- Mehl und Semmelbrösel zum Panieren
- Eine ausreichend dimensionierte Bratpfanne
- 250 g Butterschmalz zum Frittieren
Unsere besondere Pasta-Empfehlung:
Lecker und gesund: Pasta aus Khorasan-Weizen. Eine alte und rekultivierte, äußerst nährstoffreiche Weizensorte.
Khorasan-Weizen ist eine Jahrtausende alte, jedoch über lange Zeit in Vergessenheit geratene Getreidesorte, die seit einiger Zeit erfolgreich rekultiviert wurde. Bekannt geworden ist der natürliche Hybrid aus »Hartweizen« und einer »Weizen-Wildform« unter den geschützten Markennamen »Kamut®«.
Gegenüber modernen Sorten, unterscheidet sich Kamut® mit gleich einer ganzen Reihe positiver Merkmale. So besitzt Khorasan alias Kamut einen erheblich höheren Eiweißanteil sowie hervorragende Klebereigenschaften. Das prädestiniert das Mehl als erste Wahl für elastische Teige. Ein echter Geheimtipp für leckere Brote und sensationellen Pizzateig. Und das Beste zum Schluss: Kamut ist einfach unglaublich lecker!
Zubereitung:
1) Zwiebel pellen und klein hacken. Jagdwurst in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Restliche Zutaten bereitstellen.
1) Zwiebel pellen und klein hacken. Jagdwurst in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden.
2.1) Mehl in einen Teller geben. Jagdwurstscheiben rundherum mehlieren.
2.2) Ei in einem tiefen Teller aufschlagen und verquirlen. Mit einer feinen Küchenreibe etwas Bio-Zitronenschale, Muskatnuss und die geschlagene Sahne dazugeben. Alles gut verrühren. Mehlierte Jagdwurst durch die Ei-Sahnemischung ziehen.
2.3) Jagdwurst abschließend in Semmelbrösel wenden. Damit die Panierung »fluffig« bleibt, darauf achten, dass die Brösel nur leicht angedrückt werden.
Panierung oder Panade – gibt es da einen Unterschied?
Schnitzel, Fisch oder eben Jagdwurst in einer schönen, knusprigen »Panade«. Jeder weiß, was damit gemeint ist. Aber ist der Begriff auch handwerklich korrekt? Im Alltag werden beide Begriffe häufig gleichgesetzt. In der klassischen Küchensprache wird die knusprige Hülle eines Schnitzels jedoch meist als Panierung bezeichnet, während der Begriff »Panade« eher ein Füll- oder Lockerungsmittel aus eingeweichtem Brot meint.
Quelle: gastronomische-akademie.de »
Im alltäglichen Sprachgebrauch hat sich der Begriff Panade für die knusprige Hülle jedoch weit verbreitet.
Zubereitung »DDR-Schulsauce«
3.1) Pfanne auf hohe Temperatur erhitzen. Tomatenmark kräftig anrösten, bis es schwarze Stellen bekommt. Zucker hinzufügen und mit dem Tomatenmark karamellisieren lassen. Tomatenmark an den Pfannenrand schieben. Hitze um die Hälfte reduzieren. Zwiebeln in Butter anschwitzen. Anschließend mit Mehl bestäuben.
3.2) Ketchup hinzufügen und mit den anderen Zutaten vermengen. Sauce mit aufgelegtem Deckel warm halten.
4) Pasta gemäß Packungsanweisung in heißem Salzwasser »al dente« kochen lassen und danach warm halten. Am Ende der Garzeit eine kleine Tasse Nudelwasser abschöpfen und die Tomatensauce damit binden. So erhält sie eine besonders sämige Konsistenz.
5) Panierte Jagdwurst auf dreiviertel Hitze in reichlich Butterschmalz frittieren. DDR-Jägerschnitzel dabei fleissig mit Bratfett übergießen, damit sie auch von oben schön knusprig werden. Schnitzel auf Küchenpapier abtropfen lassen und abtupfen, so bleibt die Panierung knusprig.
Unser Tipp: Der Saucenbinder-Trick
Entgegen den meisten Rezeptanweisungen empfehlen wir, die Pasta nicht in »REICHLICH SALZWASSER« zu garen, sondern stattdessen nur soviel Wasser zu verwenden, dass sie gerade damit bedeckt sind. (Garvorgang beobachten und ggf. etwas Wasser nachschütten.)
So erhält das Nudelwasser eine höhere »Klebstoffdichte« vom ausgeschwemmten Nudeleiweiß und sorgt so für eine schöne Bindung und sämige Konsistenz der Tomatensauce.
Workshops & Basiswissen:
Tomatenketchup selber machen, aus frischen Tomaten und ohne Zucker
Nährwert- & Gesundheitsanalyse
von Dipl. Ernährungswissenschaftler Michael Pagelsdorf
Jagdwurst
– geschmackvoll und vielseitig, bewusst zu genießen
Jagdwurst liefert hochwertiges tierisches Eiweiß (vom Schwein) sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Besonders hervorzuheben sind Vitamin B12, Zink, Eisen und Selen. Damit trägt sie unter anderem zur normalen Funktion des Nervensystems, zur Blutbildung und zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
Auf der anderen Seite enthält Jagdwurst – abhängig von Rezeptur und Hersteller – vergleichsweise viel Fett, gesättigte Fettsäuren und Salz. Zudem zählt sie als Wurstware zum verarbeiteten Fleisch. Bei ihrer Herstellung kommen häufig Nitritpökelsalz und weitere Zusatzstoffe zum Einsatz. Die Weltgesundheitsorganisation stuft verarbeitetes Fleisch aufgrund der wissenschaftlichen Datenlage als krebserregend für den Menschen ein. Dabei ist insbesondere der regelmäßige und hohe Verzehr relevant – ein gelegentlicher Genuss ist nicht mit einem zwangsläufigen gesundheitlichen Schaden gleichzusetzen.
Jagdwurst ist deshalb weder »gesund« noch grundsätzlich zu meiden. In einer abwechslungsreichen Ernährung kann sie gelegentlich ihren Platz haben. Entscheidend ist die Nährstoffmatrix der gesamten Mahlzeit: Zusammen mit beispielsweise Tomatensauce, Gemüse oder Salat lässt sich das Gericht ernährungsphysiologisch anders einordnen als die isolierte Betrachtung der Jagdwurst.
Kulinarische Verwendung
Jagdwurst eignet sich sowohl als klassischer Aufschnitt für Brot und Brötchen als auch zum Braten, Würfeln und Überbacken. Für unser DDR-Jägerschnitzel wird sie in etwa 2 cm dicke Scheiben geschnitten, paniert und knusprig ausgebraten. Besonders charakteristisch ist die Kombination mit der leicht süßlichen Tomaten- bzw. »Schulsauce« und Spirelli.
Hühnereier
– das unterschätzte Kraftpaket im Kleinformat
Hühnereier besitzen durchschnittlich 7 g Proteine und damit einen hohen Gehalt an biologisch wertvollen Substanzen. Biologisch wertvoll deshalb, da die im Ei enthaltenen Proteine einen hohen Anteil an essentiellen Aminosäuren mit einem sehr guten Gleichgewicht aufweisen. Der Proteingehalt eines Hühnereis wird deshalb als Referenzwert angesehen. Ein Vergleich mit anderen Lebensmitteln macht dies deutlich: Zwei Hühnereier enthalten dieselbe Menge an Proteinen wie bspw. 100 g Fisch oder 100 g Fleisch.
Der durchschnittliche Fettgehalt ist mit 7 g genau so hoch wie der Proteingehalt. Es ist vor allem im Eigelb und weniger im Eiweiß enthalten. Bei den Fettsäuren im Ei handelt es sich zu zwei Dritteln um ungesättigte Fettsäuren.
Etwas in Verruf kam eine Zeit lang der Verzehr von Ei aufgrund seines – mit ca. 180 mg – recht hohen Cholesteringehalts, was man jedoch auf keinen Fall überbewerten sollte, da solche Warnungen und Einstufungen meist gewissen Trends unterliegen und sich somit auch wieder ändern können. Zudem besitzen Hühnereier einen hohen Vitamin-A-, D- und E-Anteil und enthalten die Spurenelemente Eisen und Zink.
Kulinarische Verwendung:
Hühnereier lassen sich in der Küche außerordentlich vielseitig einsetzen und können sowohl pur als auch in Kombination mit anderen Lebensmitteln genossen werden. Sie eignen sich zum Kochen, Braten, Pochieren oder Backen, dienen als Bindemittel, Lockerungsmittel und Verfeinerung in Saucen, Aufläufen und Teigen und ergänzen zahlreiche Gerichte auf einfache und geschmackvolle Weise.
Mehl bzw. Getreide
– Energielieferant mit Köpfchen
Entgegen häufiger Aussagen besitzt Getreide keine großen Mengen an pflanzlichem Eiweiß. Dafür punktet es mit einem hohen Anteil an Kohlenhydraten und deckt – bezogen auf 100 g – fast ein Drittel des täglichen Ballaststoffbedarfs, bei gleichzeitig sehr geringem Fettgehalt.
Darüber hinaus liefert Getreide wertvolle Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Zink – wichtige Komponenten für Muskel- und Nervenfunktionen – und beinhaltet Vitamine der B-Gruppe, die unseren Stoffwechsel unterstützen.
Für Menschen, die auf Fleisch verzichten möchten, also Vegetarier und Veganer (bei veganer Ernährung: Pasta secca ohne Ei!), liegt Getreide damit voll im Trend und ist ein fester Bestandteil des modernen Speiseplans geworden.
Für Personen mit Glutenunverträglichkeit ist Getreide jedoch ungeeignet. Auch Diabetiker oder Low-Carb-Anhänger halten sich wegen des hohen Kohlenhydratanteils besser zurück.
Und Khorasan-Weizen – das Urkorn?
Khorasan besitzt gegenüber konventionellen Sorten einen wesentlich höheren Eiweißanteil um bis zu 30–40 Prozent. Zudem verfügt Khorasan über einen höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren sowie über eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralstoffen. Zink, Phosphor und bis zu 30 % mehr Magnesium – essentiell für Herz- und Kreislauf – als in anderen Getreidesorten sind in dem Urkorn enthalten. An Vitaminen sind vor allem Vitamin E sowie Vitamine der B-Familie (B1 und B2) zu nennen.
Bemerkenswert ist außerdem der hohe Gehalt an Selen – einem Spurenelement, welches unser Immunsystem stärkt und in Kombination mit bestimmten Vitaminen der Bildung von freien Radikalen entgegenwirkt. Gemäß einiger Herstelleraussagen soll das Getreide zudem für Menschen mit leichter Glutenunverträglichkeit problemlos konsumierbar sein. Mir sind diesbezüglich jedoch noch keine wissenschaftlichen Studien bekannt, sodass ich diese Aussage aktuell weder bejahen noch verneinen kann.
Kulinarische Verwendung:
Getreide bildet die Basis unzähliger Speisen und ist einer der wichtigsten Grundbausteine unserer Ernährung. In Form von Mehl dient es als Hauptzutat für Brot, Brötchen, Kuchen, Pasta, Pizzateig und Backwaren aller Art.
Als ganzes Korn, gequollen oder gekocht, wird es in Salaten, Aufläufen, Suppen oder vegetarischen Bratlingen verwendet. Gemahlen, geröstet oder als Flocken und Brei (z. B. Hafer, Dinkel, Hirse oder Bulgur) eignet es sich für eine vollwertige Frühstücks- oder Beilagenküche.
In der modernen Ernährung gewinnen alternative Mehlsorten – etwa aus Hafer, Hirse, Reis, Buchweizen oder Mandeln – zunehmend an Bedeutung, da sie glutenfrei und oft mineralstoffreicher sind. Dadurch lässt sich klassische Backkunst mit individuellen Ernährungsformen verbinden.
Butter alias Gute Butter
– cremiger Genuss voller wertvoller Omega-3-Fettsäuren
Nachdem Butter über Jahrzehnte hinweg systematisch schlechtgeredet wurde, ohne dies auf wissenschaftliche Studien zu stützen, ist sie zwischenzeitlich von ihrem schlechten Ruf »freigesprochen« worden – und das völlig zu Recht.
Butter besitzt einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, die eben NICHT – wie lange Zeit behauptet – schlecht für unseren Organismus sind. Aber auch einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind in Butter enthalten.
Gegenüber Olivenöl kann sie zudem noch mit einem echten Plus punkten: Abhängig von der Nahrung, die Kühe zu sich nehmen, besitzt Butter die für den Menschen zwingend erforderlichen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Je mehr frisches Gras (Stichwort: Freilandhaltung!) eine Kuh zu sich nimmt, desto höher der Omega-3-Anteil in der Milch und deren Produkten.
Hier können sich z. B. der deutsche Marktführer Kerrygold sowie eine Handvoll weiterer Hersteller mit der Qualität ihrer Butter und den darin enthaltenen gesunden Fettsäuren ganz klar aus der Menge der Butterproduzenten hervorheben.
Freilandhaltung vorausgesetzt (gem. Bio-Verordnung mindestens 120 Tage im Jahr), verdient Butter ihren Namen »Gute Butter«, den ihr bereits unsere Großeltern gegeben haben, also völlig zu Recht.
Butterschmalz
Wie auch Claudia und Jürgen in ihren Rezepten mit Butterschmalz schreiben, gibt es viele Namen für »Braune Butter«, die vom Milcheiweiß befreite (geläuterte) Variante der Basisbutter. Um den Begriff »Ghee« wird seit geraumer Zeit ein Hype gemacht, dabei handelt es sich dabei um nichts anderes als eben braune Butter.
Mit dem Begriff »Ghee« ist allerdings auch eine Lebensphilosophie verbunden. Das hat auch die Industrie erkannt und so kommt es, dass man Ghee im Verkaufsregal meist höherpreisig vorfindet als eben »ordinäres« Butterschmalz, das ja bereits mehr als teuer genug ist.
Greifen Sie in diesem Fall also ruhig zum Butterschmalz. Artgerechte Freilandhaltung zur Erzeugung des Rohstoffs Butter vorausgesetzt, ist dieser eine ebenso gute und zudem preiswertere Wahl.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Michael Pagelsdorf
Dipl. Ernährungswissenschaftler (Oecotrophologe)
(Schäl-)Tomaten alias Paradeiser
– sonnengereift, gesund und voller Geschmack
Außer einem hohen Wasseranteil enthalten Tomaten viele sekundäre Pflanzenstoffe wie auch verschiedene Mineralstoffe. Besonders Kalium stellt für den Menschen einen wichtigen gesundheitlichen Faktor für eine ausgewogene Ernährung dar, da Kalium für die Regulation des Blutdrucks, aber auch für Muskeln und Nerven ein wertvoller Initiator ist.
Erhitzt gesünder als roh
Zudem sind Tomaten einige der wenigen Gemüsesorten, deren gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe sich durch Erhitzen verbessern, statt sich zu verschlechtern. Gemeint sind die in Tomaten enthaltenen Polyphenole, sogenannte Antioxidantien, wirksame Fänger der zellschädigenden »freien Radikalen«, die – sobald aktiv – ihrem Namen alle Ehre machen.
Hervorzuheben ist in diesem Bezug der in Tomaten reichlich enthaltene, zur Familie der Carotinoide gehörende Farbstoff Lycopin. Dieser Farb- bzw. Wirkstoff allein ist bereits ein guter Grund, regelmäßig Tomaten auf den Speisezettel zu stellen. Natürlichen Nährboden bei der Aufzucht der Tomaten voraussetzend!
Kulinarische Verwendung:
Tomaten sind die Allrounder der mediterranen Küche und bilden die Basis zahlreicher Klassiker – von Pasta- und Pizza-Saucen über Suppen und Eintöpfe bis hin zu frischen Salaten.
Roh entfalten sie ihr volles Aroma besonders in Caprese (mit Mozzarella, Basilikum und Olivenöl) oder in sommerlichen Tomatensalaten mit roten Zwiebeln und Balsamico. In Kombination mit Kräutern wie Thymian, Oregano und Rosmarin entstehen aromatische Dressings oder Bruschetta-Beläge.
Durch Erhitzen intensiviert sich der Geschmack und das wertvolle Lycopin wird besser verfügbar – ideal in Tomatensaucen, Ratatouille, Shakshuka oder als Grundlage für Risotto und Gemüsepfannen. Im Ofen langsam geschmorte oder getrocknete Tomaten entwickeln ein tiefes, süß-würziges Aroma, das besonders gut zu Fleisch, Fisch oder Antipasti passt.
Auch in der feinen Küche spielen sie eine Rolle – etwa als Tomatenconsommé, Sorbet oder Tatar aus confierten Tomaten.
Tomaten stehen somit für Sonnenreife, mediterrane Frische und gesunden Genuss, der in nahezu jeder Küche der Welt seine kulinarische Heimat gefunden hat.
Zwiebeln und Knoblauch
– natürliches Powerduo für Gesundheit und Geschmack
Beide sind ein natürliches Antibiotikum und bekämpfen wirksam schädliche Pilze und krankheitserregende Mikroorganismen. Die Zwiebel ist eng mit dem Knoblauch verwandt und besitzt gegenüber diesem eine mildere Wirkung. Die Kombination der beiden bringt ein starkes Duo hervor.
Beide enthalten wertvolle Antioxidantien, die als Fänger »freier Radikaler« unseren Organismus dabei helfen, gesund zu bleiben.
Die zur Gattung der Liliengewächse gehörenden Pflanzen verfügen zudem über einen hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt, von dem wir ebenfalls gesundheitlich profitieren.
Enthalten sind die Vitamine B1, B2 und B6 sowie die Vitamine C und E. Außer den Mineralstoffen Salz, Eisen, Zink und Magnesium sind noch eine ganze Reihe weiterer Mineralstoffe in Zwiebeln und Knoblauch enthalten, sodass man beide Pflanzen durchaus als hochwertige Mineralstoff-Lieferanten bezeichnen kann.
Kulinarische Verwendung:
Zwiebeln und Knoblauch bilden das aromatische Grundgerüst unzähliger Gerichte – von der heimischen bis zur internationalen Küche. Ob angeschwitzt, gebraten, konfitiert oder roh – ihr Geschmack reicht von süßlich-mild bis kräftig-würzig und sorgt stets für Tiefe und Charakter.
In der mediterranen Küche sind sie unverzichtbar: in Pastasaucen, Risottos, Gemüseragouts, Schmorgerichten oder Fischzubereitungen mit Olivenöl und Kräutern. Auch in der asiatischen, orientalischen und kreolischen Küche sind sie fester Bestandteil von Currys, Dips, Würzpasten und Suben.
Knoblauchöl oder Zwiebelconfit verleihen vegetarischen wie auch Fleischgerichten einen feinen, tiefwürzigen Akzent, während gerösteter oder geschmorter Knoblauch eine butterweiche Süße entfaltet, die besonders zu Lamm, Kalb, Pilzen oder geröstetem Gemüse passt.
So werden Zwiebeln und Knoblauch nicht nur zu Geschmacksträgern erster Güte, sondern auch zu Symbolen für Genuss und Gesundheit – ein Duo, das keiner Küche fehlen sollte.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Michael Pagelsdorf
Dipl. Ernährungswissenschaftler (Oekotrophologe)